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Artenschutz geht uns alle an

Wie schlecht geht es der Tier- und Pflanzenwelt wirklich?

 

32.441 Tier- und Pflanzenarten gelten laut der aktuellen Roten Liste vom Juli 2020 als bedroht. Auch erschreckend: Laut NABU verschwinden pro Tag etwa 150 Arten von unserem Planeten. Für immer!

 

Wenn wir nicht handeln, wird beispielsweise unser Feldhamster in den nächsten 30 Jahren aussterben. Aber auch Feldhase, Iltis, Bechsteinfledermaus, Gartenschläfer,  ein kleiner Verwandter des Siebenschläfers, Schweinswal und weitere Arten sind vom Aussterben bedroht.

 

Besonders schlecht geht es Vögeln und Insekten, die in der Agrarlandschaft leben. Der Bestand des Kiebitzes ist in den vergangenen 30 Jahren dramatisch eingebrochen. Ähnlich ist es bei der Feldlerche.

 

Doch neben diesen ernüchternden Zahlen gibt es auch positive Entwicklungen. Durch die Maßnahmen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes haben sich die Bestände von 17 Säugetier-Arten, darunter die Atlantische Kegelrobbe, die Wildkatze und der Fischotter positiv entwickelt. Eine Stabilisierung wurde bei weiteren 39 Arten festgestellt.

 

 

Die Artenvielfalt ist im stetigen Wandel

 

Die Zusammensetzung und die Lebensräume der Arten verändern sich permanent, da die Natur dynamisch ist. Ein Beispiel hierfür ist das plötzliche Aussterben der Dinosaurier vor etwa 65 Millionen Jahren. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen war hierfür ein riesiger Asteroid verantwortlich, der auf die Erde einschlug. Beim heftigen Aufprall des Asteroiden ist vermutlich Schwefel aus dem darunter liegenden Gestein herausgelöst worden. Diese Schwefelteilchen ließen keine Sonnenstrahlen auf die Erde, sodass es sehr kalt und dunkel wurde. So starb nach und nach fast alles Leben auf der Erde.

Nach dieser Zeit entwickelten sich jedoch Säugetier-Gruppen, die wir auch heute noch kennen: Zum Beispiel Affen und Raub- und Huftiere. Aus Ur-Raubtieren entwickelten sich Wale, die sich langsam immer weiter an ein Wasserleben anpassen konnten. Eine Tiergruppe, die sich direkt aus den Dinosauriern entwickelte, sind übrigens unsere Vögel.

Ein schönes Beispiel, wie sich die Natur an die Gegebenheiten der Lebensräume anpassen konnte.

 

Doch zurück zum Hier und Jetzt:

 

Diesmal ist keine Naturkatastrophe für den Rückgang der Arten verantwortlich, sondern der Mensch. Seit der industriellen Landwirtschaft hat sich der Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt sehr stark verändert. Immer mehr versiegelte Flächen und riesige Agrar-Monokulturen sind dort, wo zuvor komplexe Ökosysteme waren. Es gibt immer mehr monotone Landschaften und sterile Felder, in denen kaum noch wilde Tiere leben können. Nicht zu vergessen sind der Einsatz von Ackergiften, die Massentierhaltung und die Düngung.

 

 

 

Heiß diskutiert wurde in den letzten Jahren das Bienensterben

 

So vielfältig und teilweise massiv das registrierte "Honigbienensterben" auch gewesen sein mag: Die domestizierte Honigbiene ist trotz Varroamilbe und Pestiziden nicht wirklich in ihrem Gesamtbestand gefährdet. Ihr Aussterben ist nicht zu erwarten, solange es Imker gibt.

Das Imkerei-Hobby boomt. Sogar in unseren Städten gibt es immer mehr Imker. Doch die wilde Stammform der Honigbiene ist in Europa vermutlich ausgestorben.

 

Bedroht sind also die wilden Verwandten der Honigbiene: unsere Wildbienen. Rund 590 Wildbienenarten gibt es in Deutschland. Die meisten suchen und bauen sich Bruträume in Pflanzenstängeln, Holzritzen, Lehmböden oder sogar in leeren Schneckenhäusern. Wie die Honigbienen sammeln Wildbienen Nektar und Blütenstaub. Deshalb spielen auch sie eine wesentliche Rolle bei der Bestäubung von Blütenpflanzen.

Bei der Nahrungssuche sind Wildbienen viel wählerischer als Honigbienen. Viele Wildbienenarten sind auf den Pollen ganz bestimmter Pflanzenarten angewiesen, die die Honigbienen links liegen lassen.

 

Durch Monokulturen in unserer Landwirtschaft fehlt es den Wildbienen an Nahrungsangeboten auf unseren Feldern und Gärten und natürlich werden auch die Wildbienen durch Pestizide geschwächt. Schon 52 Prozent unserer heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste.

 

Wie können wir den Wildbienen helfen?

 

Indem wir genug Lebensräume für Wildbienen schaffen. Wildbienen brauchen Blühflächen und Möglichkeiten zum Nisten. Hier zählt jede noch so kleine Blühfläche auch in privaten Gärten.

 

Ein echter „Garten des Grauens“, nicht nur für Bienen, sind die im Jahr 2000 aufgekommenen Schottergärten. Dieser ökologisch wertlose Trend, großflächig Gartenflächen mit Steinen zu bedecken, wurde jüngst von der baden-württembergischen Landesregierung verboten.

 

Lassen wir doch einfach mal das „Unkraut“ wachsen und schaffen "wilde Ecken" in unseren Gärten. Was wir vermeidlich als Unkraut benennen, kann teilweise sogar ein regionales Superfood für uns sein. Brennnesseln z. B. sind hochgradig gesund und enthalten mehr Vitamin C als Salat.

 

Auch gibt es spezielles Saatgut für Wildbienen. Hier sollte man jedoch beim Kauf beachten, dass man nach dem Nahrungsangebot der Wildbienen kauft, nicht nach der Blütenschönheit für das Auge des Betrachters. Empfehlenswert sind zum Beispiel die Samenmischungen von Syringa.

 

Wir können Nistplätze schaffen: Auf der Suche nach Niströhren nehmen die Wildbienen künstliche Hilfen gerne an. Selbst in der Großstadt auf einem Balkon im 10. Stock werden Nisthilfen von Wildbienen besiedelt. Aber bitte hochwertige Nisthilfen aufstellen, denn hier gibt es sehr viele qualitative Unterschiede! Einem Kauf aus dem Discounter ist eher abzuraten.

 

Was kann ich als Imker/in beachten?

 

Gerade Imker und Imkerinnen sollten sich bewusst machen, dass ihre Haus- und Nutztiere unter Umständen Futterkonkurrenten der Wildbienen sein können. Honigbienenvölker sollten idealerweise einem ausreichenden Abstand  zu Wildbienen-Nestern haben. Auch sollten im Bereich von Naturschutzgebieten und wertvollen Wildbienen-Lebensräumen besser keine Bienenvölker aufgestellt werden. Zur Entschärfung der Futterkonkurrenz ist ein deutlich erhöhtes  Blühangebot notwendig.

 

Neben den Wildbienen sind auch die Schmetterlinge sehr stark vor dem Aussterben bedroht.

 

Naturschützer sorgen sich um den Bestand und die Vielfalt der rund 3.700 Schmetterlingsarten in Deutschland. Nach Auskunft des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn sind mindestens 60 Schmetterlingsarten bereits ausgestorben. 494 weitere seien vom Aussterben bedroht oder unterschiedlich stark gefährdet. Auch hier heißt die Ursache: intensive Landwirtschaft.

 

Auch Schmetterlinge brauchen blütenreiche Landschaften und lichte, naturnahe Wälder. Schaut man sich aber unsere Landschaft aus der Vogelperspektive an, sind derartige Biotope nur kleine Inseln inmitten einer immer lebensfeindlicher werdenden Agrar- und Betonwüste.

 

 

Was können wir für den Artenschutz tun?

 

Um gefährdete, wild lebende Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten, ist ein schnelles Umdenken nötig. Das gilt für Politik, Landwirtschaft, aber auch für jeden Einzelnen von uns. Das Artensterben wird früher oder später selbst uns Menschen stark betreffen.

 

Da stellt sich natürlich die wichtige Frage: Was kann jeder Einzelne eigentlich für den Artenschutz tun? Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten im Artenschutz aktiv zu werden. Auch wenn es nur die ist, Wasser zu sparen, Abfall zu vermeiden, mehr regionale Produkte zu kaufen oder das Auto mal stehen zu lassen – denn wenn das jeder machen würde sähe die Welt schon ganz anders aus!

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Online:
Lukas Spanbalch
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Lukas Spanbalch
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