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Schwarmzeit

Wir sind dann mal weg!

Wie Bienen ins Schwärmen kommen

Alle Lebewesen haben den natürlichen Drang, sich fortzupflanzen und sich so zu vermehren.

Vögel und Menschen werden „flügge“, Kängurus „hüpfen“ aus dem Beutel, Schmetterlinge „entpuppen“ sich und die Bienen „schlüpfen“ und „schwärmen“.

Das Schwärmen von Bienen ist also die natürliche Vermehrung eines Bienenvolkes.

Es gibt jedoch ganz große Unterschiede zum „Flügge“ werden und ganz andere Gründe für die Bienen, um auszuziehen und einen neuen Staat zu gründen.

Langeweile und Platzmangel im Bienenstock

Wenn es im Bienenvolk zu eng wird, es keine Aufgaben für manche Berufsgruppen gibt oder kaum noch Baumaßnahmen zu verrichten sind, dann werden sich einige Bienen aus dieser Gemeinschaft zusammen tun und Pläne für das baldige Ausschwärmen schmieden. Sind sie sich erst einmal einig geworden, dann setzten sie alles daran, Vorkehrungen für den großen Tag des Auszugs zu schaffen.

Die wichtigste Voraussetzung zum Schwärmen ist das Heranziehen einer neuen jungen Königin für die Bienenkolleginnen, die „zu Hause“ bleiben müssen. Kurz bevor die neue Königin schlüpft, zieht die alte Königin mit den Flugbienen als Bienenschwarm aus. Meist geschieht dieses Naturspektakel um die Mittagszeit und häufig nach einer kurzen Schlechtwetterperiode.

In Weiselzellen zieht das Volk das neue Staatsoberhaupt durch Füttern mit Gelée royale heran. Kurz bevor die Bienen schwärmen, saugen sie sich einen ordentlichen Honigvorrat in den Magen, der ihnen etwa drei Tage reicht.

Auf die neue Wohnungssuche begeben sich die sogenannten Spurbienen. An der Spitze der Schwarmwolke, zeigen die Kundschafterinnen ihren Kolleginnen, wohin die Reise geht.

 

Gründe und Maßnahmen gegen das Schwärmen

 

Seit einigen Jahren steigt die Zahl derjenigen, die auf die „wesensgemäße“ Bienenhaltung setzen. Für viele Imker dieser Betriebsweise gehört unter anderem dazu, den Schwarmtrieb bewusst zuzulassen. Demeter-Imker beispielsweise vermehren ihre Bienen ausschließlich über den Schwarmtrieb.

In der konventionellen Imkerei versucht man aus verschiedenen Gründen, das Schwärmen zu verhindern:

Ein sich allein überlassener Bienenschwarm kann ohne Pflege des Imkers nicht dauerhaft überleben, da die Gefahr an der Varroa-Milbe oder der Amerikanischen Faulbrut zu erkranken, sehr groß ist. Auch finden die Bienenschwärme in unserer Betonlandschaft kaum natürliche Wohnungen wie beispielsweise hohle Baumstämme. Insbesondere bei Stadtbienen kann ein Bienenschwarm zu einem sehr großen Problem werden.

Denn dort greift ein Schwarm meist auf künstliche Behausungen wie Kamine, Löcher in Fachwerkhäusern und viele andere verwunderliche Unterkünfte zurück. Im Internet gibt es hierzu einige kuriose Geschichten: In Indien beispielsweise hat ein Bienenschwarm für Verzögerungen eines Fluges gesorgt. Die Bienen hatten sich an der Scheibe des Cockpits festgesetzt.

Eine besonders interessante Begebenheit ereignete sich in England: Eine Bienenkönigin verirrte sich in das Innere eines Mitsubishis. Während die Autobesitzerin nichts ahnend einkaufte, bildete sich eine riesige Traube von Bienen am Heck des Wagens. Nachdem man den Schwarm einfing, die Bienenkönigin jedoch unbemerkt wieder zurück in den Wagen flog, folgte der Schwarm dem Auto bis nach Hause. Am nächsten Tag war am Kofferraum wieder eine Traube. Später gelang es zwei Imkern, die Bienenkönigin einzufangen.

Das Einfangen eines Bienenschwarms kann nicht nur für den Imker, sondern auch für die Bienen äußerst abenteuerlich ausfallen.

Ein weiterer Grund, um die Bienen nicht schwärmen zu lassen, ist, dass das verbliebene Bienenvolk viel weniger Honig produziert und natürlich die Hälfte des Volkes verloren geht.

Daher ist eine Schwarmvorsorge oder das Wiedereinfangen des Schwarmes notwendig.

 

Schwarmtrieb erkennen

 

Wie schon anfangs erwähnt: Will die alte Königin ausziehen, braucht sie zuerst eine Nachfolgerin. Daher ist es wichtig, Anzeichen für einen Schwarmtrieb frühzeitig zu erkennen.

 

Spielnäpfe

Ein Vorzeichen für Schwarmlust können sogenannte „Spielnäpfe“ sein. Diese glockenartigen Gebilde befinden sich an den Seiten und den unteren Rändern der Waben. Werden diese Näpfchen von innen poliert und sind womöglich schon mit einem Ei bestückt, kann man davon ausgehen, dass das Volk schwärmen wird.

 

Drohnenrahmen

Auch am Drohnenrahmen kann man erkennen, ob ein Bienenvolk ausschwärmen will. Wenn der Drohnenrahmen nicht mehr ausgebaut, die Bautätigkeit also eingestellt wird, ist dies ein weiteres Merkmal. Völker in Schwarmstimmung bauen den Baurahmen wellenförmig und nicht in Form  einer Zunge aus. Außerdem wird die untere Baukante abgerundet und die Wabenränder mit Propolis verklebt.

 

Verhalten am Flugloch

Wer das Bienenverhalten vor dem Flugloch beobachtet, kann auch hier möglicherweise schon Anzeichen für eine Schwarmlust erkennen. Hängen die Bienen vor dem Flugloch in Gruppen ab, fliegen sie nur lustlos oder im Zickzack umher und steuern nicht geradlinig das Ziel „Nektar“ an, so kann dies ein Indiz fürs Schwärmen sein.

 

Pollen

Ein Blick auf die eingelagerten Pollen gibt auch Aufschluss: Wenn die Pollen matt sind, besteht keine Schwarmgefahr. Der Pollen wird zeitnah verbraucht, da ausreichend Brut zu versorgen ist. Sind die Pollen dagegen glänzend, ist er mit Honig versiegelt und wird so eingelagert. Ein Anzeichen für Schwarmstimmung.

 

Kettenbildung

Auch beim Wabenziehen kann man die Schwarmlust erkennen. Spürt man einen Widerstand und die Bienen verketten sich an der Unterseite, könnte dies ebenfalls ein Zeichen fürs Schwärmen sein.

 

Achtet man bereits im Vorfeld auf diese Dinge, ist es einfacher, die Schwarmlust zu kontrollieren und zu verhindern.

Schwarmvorbeugemaßnahmen/Schwarmkontrolle

 

Ab April/Mai (je nach Witterung) sollten regelmäßige, idealerweise wöchentliche Kontrollen statt- finden.

Vorkehrungen gegen den Schwarmtrieb:

  1. Genug Platz in den Beuten schaffen, große Völker teilen (Ableger bilden) und außerhalb des bisherigen Flugradius aufstellen
  2. Drohnenwaben ausschneiden
  3. Pollenfallen nutzen
  4. Mittelwände und Baurahmen einsetzen
  5. Fluglöcher verbreitern, um Stau zu vermeiden
  6. Bienenvölker im Halbschatten aufstellen, direkte Sonne vermeiden
  7. Weiselzellen müssen früh erkannt werden, die dann ausgebrochen werden sollten. Wichtig hierbei ist, vorher nach jüngster Brut und Eiern zu kontrollieren, damit sicher gestellt ist, dass eine Königin vorhanden ist.

 

Wie fängt man einen Bienenschwarm ein?

 

Trotz regelmäßigen Schwarmkontrollen kann es vorkommen, dass man die ein oder andere Weiselzelle übersehen hat und plötzlich ein Bienenschwarm im Baum hängt.

Diesen gilt es möglichst vorsichtig und ruhig einzufangen. Die Ausreißerinnen sind nicht besonders angriffslustig und stechen eher selten. Dennoch sollte man vorsichtig sein und dieses Vorhaben nicht ohne Schutzkleidung durchführen.

Was wird benötigt

Neben der Schutzkleidung benötigt man idealerweise einen Schwarmfangbeutel mit einem langen Stiel oder einen anderen Behälter (Kiste, Eimer o. Ä.) und ein großes Gefäß mit einem Deckel und kleinen Luftlöchern (z. B. eine Schwarmkiste).

Hilfreich ist ein Wasserzerstäuber mit Wasser, dem optional etwas Nelkenöl zugesetzt wird, ein Abkehrbesen und ggf. eine Leiter, um an den Schwarm heran zu kommen.

Wie geht man vor

Um den Schwarm nicht in Aufregung zu versetzen und ihn auseinanderzutreiben, ist es wichtig, keine ruckartigen Bewegungen durchzuführen und möglichst ruhig und bedacht zu arbeiten.

Hängt der Bienenschwarm in einer Traube beispielsweise in einem Baum oder anderem Objekt, kann man die gesamten Bienen mit etwas Wasser besprühen. Dadurch ziehen sich diese noch mehr zusammen. Der Schwarmfangbeutel oder ein anderes Gefäß wird direkt unter die Bienentraube gehalten. Falls der Schwarm an einem Baum hängt, kann man zusätzlich an dem betroffenen Ast schütteln und die herunterfallenden Bienen so leichter auffangen. Sollten sich die Bienen nicht an einem Ast befinden, kann das Einfangen auch mit einem Abkehrbesen und einem Gefäß erfolgen.

Bei der Verwendung eines Schwarmfangbeutels wird der untere Knoten gelöst und die Bienen in das vorbereitete Gefäß geschüttelt, welches man auch verschließen kann (z. B. Schwarmkiste oder auch einen Karton mit Luftlöchern).

Sollte sich die Bienenkönigin schon in dem Gefäß befinden, wird sich die restliche Traube auflösen und ihrer Königin folgen. Daher kann man das Gefäß für eine kurze Zeit offen stehen lassen, damit auch die restlichen Bienen hineinfliegen können.

Optional kann etwas Wasser mit Nelkenöl an die Stelle des Bienenschwarms gesprüht werden, damit die Bienen keine Signalstoffe für das Schwärmen mehr wahrnehmen können.

Anschließend wird das Gefäß sofort verschlossen, damit die Bienen nicht mehr entkommen.

Hat man keine geeignete Schwarmkiste, schlägt man den Schwarm sofort in eine neue Beute ein. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass der Bienenschwarm erneut auszieht und sich wieder an dieselbe Stelle in den Baum hängt.

Idealerweise stellt man den Schwarm zunächst über Nacht dunkel, kühl und ruhig in einer Schwarmkiste in einen Keller und lässt ihn dort bis zum folgenden Abend stehen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Schwarmkiste gut belüftet ist.

Wenn die Bienen am folgenden Abend in die neue Beute eingeschlagen werden, kann man sicher sein, dass sie nicht wieder ausziehen werden.

 

Übrigens: Das deutsche Bienenrecht regelt Folgendes: Imker behalten das Eigentum am Schwarm, solange sie ihn sofort verfolgen. Dabei dürfen sie sogar fremde Grundstücke betreten. Findet der Schwarm einen neuen leeren Stock, darf der Imker diesen öffnen, um seine Bienen einzufangen. Zieht der Schwarm allerdings in einen bereits besetzten Bienenstock, so gehört er dem Eigentümer des Volks, welches bisher darin wohnte. Der Eigentümer des einziehenden Schwarms verliert dann seine Rechte am Bienenvolk.

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Online:
Lukas Spanbalch
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