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Serie: Krankheiten erkennen – Die Europäische Faulbrut

Die Europäische Faulbrut, auch Sauerbrut oder gutartige Faulbrut genannt, ähnelt in ihren Symptomen stark der amerikanischen Faulbrut. Jedoch weißt diese keinen seuchenartigen Verlauf der Krankheit auf und lässt sich einfacher behandeln. Sie ist eine bakterielle Infektion.

 

Ihr Erreger (Melissococcus plutonius) vermehrt sich bei optimalen Bedingungen durch Zellteilung.

 

Sind die Bedingungen ungünstig, werden keine Sporen gebildet, sondern widerstandsfähige Kapseln, welche noch Monate keimfähig bleiben.

 

Diese infektiöse Dauerform wird bei Reinigungs- und Pflegearbeiten durch die Arbeiterinnen im Brutnest verteilt. Die jungen Larven werden über die Nahrung infiziert.

Wie bei der amerikanischen Variante erkranken erwachsene Bienen nicht, sind jedoch Träger des Erregers, indem sie die Kapseln mit dem Futter an die Maden verteilen.

Das Alter der Larven entscheidet über die notwendige Erregermenge. So kann eine 48 Stunden alte Larve meist nicht mehr infiziert werden.

 

Die Erreger vermehren sich in der abgestorbenen Made und können diese endgültig zersetzen. Es entsteht ein faulig und saurer Geruch, deshalb wird die Krankheit auch Sauerbrut genannt.

 

Die zersetzte, gelb oder dunkelbraune Madenmasse trocknet zu einem Schorf ein, kann aber im Gegensatz zu der Amerikanischen Faulbrut leicht aus der Zelle entfernt werden.

 

Typisch für diese Krankheit sind die in der Zelle gedreht liegenden, toten Larven. Die Brut kann im offenen oder verdeckelten Zustand abgestorben sein. Meist stirbt die Made aber vor der Verdeckelung der Brutzelle.

 

Den Erreger findet man im Mitteldarm der Larve, wo er zu einem 2-3 mm großen, grau-gelblichen Klumpen heranreift und sich schnell vermehrt. Bienen erkennen am starken Fressverhalten der Maden die Erkrankung und entfernen die Brut. Ist nur offene Brut betroffen, können die Bienen die Krankheit manchmal ganz oder teilweise aufhalten. Bei einer hohen Infektion breiten sich die Erreger jedoch sehr rasant aus und die Bienen sind schnell überfordert.

 

Die Maden erreichen meist nur das Rundmadenstadium. Die Farbe der Maden wechselt von Gelb zu Braun über. Ist die Infektion schwach, so können die Maden überleben, sind jedoch unterentwickelt und die daraus entstehenden Bienen kleinwüchsig.

 

Als „schwarzer Lack“ bezeichnet man den Kot der befallenen Larven, der an der Innenseite des Zelldeckels sichtbar wird.

 

Diagnose:

 

-    Verdreht liegende Maden

-    Eingesunkene, löchrige Zelldeckel

-    Maden Sterben vor dem Verdeckeln

-    Maden verfärben sich gelblich bis braun oder schwarz

-    Brut trocknet am Zellboden ein

-    Schorf liegt locker in der Zelle mit glatter, glänzender Oberfläche

-    Mit Streichholzprobe bilden sich kürzer als 1 cm lange Fäden

-    Geruch nach Käse, Fussschweiss, säuerlich

 

Verbreitung der Krankheit:

 

Durch Verflug der Bienen, durch Räuberei, auch durch Kontakt mit Bienenkot und durch Austausch von Waben kann die Krankheit in andere Völker übertragen werden.

 

Infiziertes Wabenmaterial oder Geräte können die Krankheit ebenfalls übertragen.

Besonders auch über befallene Pollen wird die Krankheit schnell verschleppt.

 

 

Bekämpfung:

 

In Deutschland ist die Europäische Faulbrut nicht anzeigepflichtig.

 

Ohne ein Eingreifen des Imkers kann diese Bienenkrankheit bisweilen von alleine verschwinden, wenn sich der Befall des Erregers, wie oben beschrieben in Grenzen hält und der Putztrieb der Bienen ausreichend ist, um befallene Brut zu beseitigen.

 

-    Stark befallene Waben entfernen

-    Die befallenen Waben nicht im Sonnenwachsschmelzer vernichten

-    Flüssigfütterung

-    Besprühen der Waben mit Zuckerwasser

-    Den Putzbetrieb anregen durch Zuhängen von offener Brut

-    Umweiseln

-    Bei sehr starkem Befall Kunstschwarmverfahren anwenden

-    Beuten entseuchen

Sämtliche Methoden gleichen der Methoden bei der Amerikanischen Faulbrut.

Vorbeugung:

 

-    Regelmässige Kontrolle des Brutbildes

-    Schwache Völker auflösen

-    Völker mit jungen Königinnen und gutem Putztrieb

-    Räuberei vermeiden

-    Kein Verfüttern von betriebsfremdem Honig

-    Regelmäßige Wabenerneuerung

-    Vorsicht beim Wabenaustausch zwischen den Völkern

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Lukas Spanbalch
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Lukas Spanbalch
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